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Wolf Biermann wird 75

In der Biografie des Liedermachers Wolf Biermann spiegelt sich die deutsch-deutsche Geschichte beispielhaft. Vor 35 Jahren wurde Biermann aus der DDR ausgebürgert, am heutigen Dienstag wird er 75 Jahre alt.

Heute, hierzulande, nennt man solche Haltung „alternativlos“; damals, drüben, war sie noch nicht linientreu genug: Im ersten Vers des ersten Lieds, damals, im Oktober 1976 in der Kölner Sporthalle, ging Wolf Biermann seiner DDR noch fast ums Maul: „So oder so die Erde wird rot.“ So ging der erste Vers im ersten Lied des legendären Konzerts. Das klang nur nach Alternativen, denn die zweite, „totrot“, war gar keine. Es gab nur „lebensrot“ als Möglichkeit. Es half ihm nichts: Er wurde ausgebürgert.

Es klingt paradox, vor allem wenn man weiß, wie sehr den Sozialisten Biermann damals dieser Rauswurf traf: Aber damals war er auf dem Höhepunkt seiner politischen Wirkung und, da er erstmals auch ein zeitgleich vorhandenes Publikum hatte, das nach Tausenden zählte, auf dem Höhepunkt seiner Kunst. Von da an ging’s bergab. Erst mit der DDR, die nach den letzten Konvulsionen totenbleich dahinschied, dann mit dem Rest des Ostblocks, schließlich mit dem Rest der alten Welt.


Den Westteil Deutschlands hatte Biermann als Siebzehnjähriger verlassen, um nach dem Schulabschluss im Osten weiterzumachen, weil es, so seine Hoffnung, dort weiter gehen würde als im Westen. Nun bot ihm dieser Westen immerhin Asyl, Heinrich Böll stand ihm bei, wohnen konnte er bei Günter Wallraff. Politisch wie als Künstler blieb er lange unbehaust. Inzwischen wohnt er in Hamburg, der Stadt seiner Geburt. Seit 2007 ist er Ehrenbürger seiner einstigen Wahlheimat Berlin. Der Name seiner alten „Chausseestraße“, seit 1968 auch mit der Hausnummer bekannt als Titel einer Langspielplatte, würdigte schon damals heimlich das Transitorische jeder linken Existenz, als sänge er: Wir sind nur Gast auf Erden. Machen wir das Beste draus!

Nach einem früheren Gastspiel im Westen, 1965 beim Kabarett-Kollegen Wolfgang Neuss, hatte der Dichter und Sänger, der sich in Anlehnung an Brechts „Stücke-Schreiber“ Liedermacher nannte, im Osten Deutschlands Auftritts- und Publikationsverbot.
Nordbayern
18.11.11 13:28
 
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