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Kindheit hinter Stacheldraht

Kinder in DDR-Frauengefängnissen

Alexander Latotzky hat für sein Buch "Kindheit hinter Stacheldraht" die Fälle von 80 Kindern aus Speziallagern recherchiert. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er selbst hinter Stacheldraht. Im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin. Wo noch wenige Monate zuvor die Nazis KZ-Häftlinge gefangen hielten, sperrten russische Militärs ab 1945 Deutsche ein, in denen sie Feinde des Kommunismus sahen. Latotzkys Mutter wurde wie tausende weitere junge Frauen teilweise mit Säuglingen in Speziallager verschleppt, auch wenn sie nur einen Sack Kohle geklaut hatten. Für ihre Babies der Anfang einer verlorenen Kindheit.

"Die Lager waren mein Zuhause"

Das ehemalige Speziallager-Kind Latotzky berichtet: "Ich kannte Lager, ich kannte nur Kinderheime und nichts anderes, das war ja mein zu Hause. Und Geborgenheit, solche Sachen, hat man versucht, sich selbst zu geben, so weit es ging. Vielleicht hat auch der eine oder andere Erzieher oder Erzieherin einen in Arm genommen, aber, alles, was ich meinen Kindern später gegeben habe, hab ich da nie bekommen."

Vom Lager ins Kinderheim

1950 lösten die Russen die Lager auf und übergaben sie der DDR. Und von da beginnt für viele Kinder der Speziallager die eigentliche Odyssee. Sie werden von ihren Müttern getrennt und in verschiedenen Kinderheimen der DDR untergebracht. "Für die DDR-Behörden waren wir anonyme Kinder. Wir wurden angekündigt als Weisenkinder ohne Namen, ohne Geburtsdatum, und hatten die Bezeichnung "Kinder der Landesregierung", erzählt Latotzky.

"Kinder der Landesregierung"

Auch Waltraut Thiele war ein solches "Kind der Landesregierung." Geboren wurde sie 1947 in der Zelle ihrer Mutter im sogenannten "Roten Ochsen", dem Knast in Halle a.d. Saale. Ihre Mutter war mit antisowjetischen Flugblättern erwischt worden. Zehn Jahre Straflager bekam sie dafür, wurde nach Sachsenhausen verlegt, dann saß sie im größten Frauengefängnis der DDR in Hoheneck im Erzgebirge. Ihre Tochter Waltraut kam währenddessen in ein Kinderheim bei Leipzig. Schlechte Ernährung, jahrelange Trennung von der Mutter und Liebesmangel hinterließen bleibende Schäden: "Ich hatte ja in dem Sinne keine Kindheit. Ich hatte nachher meine Mühe, dass ich überhaupt in eine normale Schule eingeschult werden konnte. Weil ich konnte ja nie sprechen richtig. Ich konnte ja nicht mal meinen Namen aussprechen."

http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID1160134,00.html




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